Das AV-Portal der TIB

Die TIB verfügt über weitreichende Kompetenzen im Umgang mit nicht-textuellen Materialien, die für die Digitalisierung dieses Bestandes unerlässlich sind. Im Kompetenzzentrum für nicht-textuelle Materialien (KNM) der TIB wird an der grundlegenden Verbesserung der Zugangs- und Nutzungsbedingungen für Medientypen wie audiovisuelle Medien, 3D-Objekte und Forschungsdaten gearbeitet. Die nicht-textuellen Materialien werden systematisch gesammelt und als kulturelles Erbe erhalten. Zu den Schwerpunkten des KNM gehört die Entwicklung innovativer Problemlösungen in den Bereichen Sammlung, Erschließung, Bereitstellung und LZA nicht-textueller Materialien. Die TIB adressiert zudem mit einer Universitätsprofessur zu Visual Analytics die Erforschung von visuellen Analyse-, Such- und Präsentationsverfahren.

Auf der technischen Ebene hat die TIB mit demAV-Portal eine kunden- und bedarfsorientierte Plattform für audiovisuelle Medien auf der Basis von Multimedia Retrieval Technologien und semantischen Analyseverfahren entwickelt. Das Portal ermöglicht den freien Zugang zu hochwertigen wissenschaftlichen Videos wie Computervisualisierungen, Simulationen, Experimenten, Interviews sowie Vorlesungs- und Konferenzaufzeichnungen. Die automatische Videoanalyse des TIB AV-Portals umfasst eine strukturelle Analyse (Szenenerkennung) sowie eine Text-, Audio- und Bildanalyse. Die automatische Erschließung des TIB AV-Portals beschreibt die Videos auf Segmentebene und ermöglicht dadurch eine zielgenaue Suche innerhalb der Videos. Die Videos des TIB AV-Portals werden mit Sachbegriffen der Gemeinsamen Normdatei (GND) automatisch indexiert, die in semantischer Beziehung (Synonyme, Oberbegriffe, verwandte Begriffe und mehr) zueinander stehen. Das TIB AV-Portal baut auf den Sachbegriffen und deren semantische Beziehungen eine semantische Suche auf, die die traditionelle Schlüsselwort-basierte Suche sowohl durch eine Erweiterung als auch durch eine Präzisierung der Suchergebnisse verbessert. Die Filme sind mit einem DOI versehen und somit eindeutig referenzierbar. Die einzelnen Filmsegmente werden mit einem Media Fragment Identifier (MFID) versehen, mit dem das Video sekundengenau dereferenziert und zitiert werden kann.