Freie Bildungsmaterialien

Was sind Open Educational Resources?

Open Educational Resources (kurz OER) sind offen lizenzierte Bildungsmaterialien, die von jedem frei genutzt, bearbeitet und geteilt werden können. Die Bedingungen der jeweiligen Lizenz, wie z.B. Namensnennung des Urhebers, müssen dabei eingehalten werden. Denn Urheber*innen stellen OER unter offene Lizenzen und bestimmen selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen – am bekanntesten sind hierbei die Creative Commons Lizenzen. Im Gegensatz zu anderen Materialien ist die (Nach-)Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe von OER ausdrücklich erlaubt, da ein Grundgedanke hinter OER die Kultur des Teilens ist.

Welche Formen umfassen OER?

Jegliche Bildungsmaterialien können als OER angeboten werden. Sie reichen dabei weit hinaus über Textarten (z.B. Übungsblätter, Skripte oder Bücher) und umfassen vielmehr auch Videos, Podcasts, Blogs, Apps oder Webseiten. Auch Lehrveranstaltungsunterlagen (z.B. Präsentationsfolien, Arbeitsblätter, Semesterpläne) sowie Bilder, Musik und auch  Quizzes oder umfangreiche Onlinekurse aus Lernmanagementsystemen können als OER geteilt werden.

Welche Lizenzen eignen sich für OER?

Die Creative-Commons-Lizenzen stellen ein besonders geeignetes Lizenzsystem für freie Bildungsmaterialien im Sinne von OER dar. Insgesamt gibt es 7 CC Lizenzen, von denen sich 3 als offene Lizenzen für Open Educational Resources eignen: 

  • CC 0: Es sind keinerlei Quellangaben nötig. Aus Wertschätzung wird in der Regel trotzdem die Urheberin/der Urheber genannt.
  • CC BY: Die einzige Bedingung ist die korrekte Namensnennung des Urhebers/der Urheberin.
  • CC BY SA: Neben der korrekten Namensnennung des Urhebers/der Urheberin, ist es erforderlich alle bearbeiteten Versionen des Materials unter derselben Lizenz zu veröffentlichen. Dies stellt sicher, dass die Inhalte auch weiterhin frei zugänglich bleiben.

Bei der Verwendung von OER ist die Quellenangabe nach der TULLU-Regel zu machen: Titel, Urheber, Lizenz, Link zur Lizenz, Ursprungsort (Link auf Fundort). Wurde das Material verändert, ist dies kenntlich zu machen (Verändert von XY).

Welche Mehrwerte bieten OER?

  • Kultur des Teilens: OER tragen zu der Kultur des Teilens bei und ermöglichen so einem größeren Nutzerkreis den Zugang zu Bildung und Wissen.
  • Reputation: OER können Autoren Sichtbarkeit verschaffen und sich positiv auf z.B. Reputation sowie Altmetriken auswirken.
  • Qualität: Eine hohe Qualität wird zum Einen durch Qualitätssicherungssysteme gewährleistet, zum Anderen trägt die große Reichweite zu einem hohen (eigenen) Qualitätsanspruch bei.
  • Aktualität: Freie Bildungsmaterialien können verbessert und aktualisiert werden.
  • Flexibilität: OER können flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse des Lernsettings angepasst werden (Nachnutzung/Flexibilität).
  • Kollaboration: Kollaboration Lehrender ermöglicht Potentiale wie z.B. den Austausch über didaktische Curriculare Module und fördert die Entwicklung neuer didaktischer Konzepte und Lernprozesse.
  • Vielfalt: Die Erstellung moderner Lehrmaterialien erfordert einen hohen Aufwand, wenn sie interaktiv und multimedial aufbereitet werden. Die Möglichkeit zur Nachnutzung von OER ermöglicht Lehrenden langfristig eine effizientere Lehrmittelerstellung.

Wie werden OER erstellt und geteilt?

Eigene OER-Materialien zu erstellen ist ganz einfach, ein paar Dinge müssen allerdings beachtet werden:

  1. Stellen Sie sicher, dass durch das Einstellen des Materials in das Portal keine Rechte Dritter verletzt werden. Das können z.B. (Mit-)Urheberrechte, Markenrechte, Persönlichkeitsrechte anderer Personen und auch Arbeitgeberrechte sein.
  2. Haben Sie bereits vorhandene OER in Ihrem Werk verwendet, die unterschiedlich lizenziert sind, muss die Lizenz Ihrer neuen OER sich nach der Lizenz mit den meisten einschränkenden Bedingungen richten. Dass heißt, wenn Sie ein Bild mit der CC BY Lizenz mit einem Aufsatz kombinieren, der mit CC BY SA  lizenziert ist, muss das neue Werk ebenfalls den Zusatz SA enthalten.
  3. Haben Sie in einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit OER produziert, muss die gewünschte Namensnennung geklärt sein. Die Nennung aller Namen einzeln ist ebenso möglich wie ein gemeinsamer Teamname. 
  4. Achten Sie bei Ihrem Dateiformat darauf, dass es möglichst offen und dadurch einfach nachnutzbar ist. Eine als odt veröffentlichte Textdatei lässt sich besser weiterbearbeiten, als eine pdf Datei.
  5. Veröffentlichen Sie Ihre OER auf einer zentralen Plattform für freie Bildungsmaterialien, wie das OER-Portal Niedersachsen. So ist Ihr Werk einfacher auffindbar und mehr Menschen profitieren von Ihrem Fachwissen.

Wo und wie findet man OER?

Über das OER-Portal Niedersachsen können Sie OER suchen und finden. Um vorhandene Infrastrukturen bestmöglich in das Gesamtkonzept mit einzubeziehen, sind Anschlüsse des Portals an die bestehenden Lernmanagementsysteme der Hochschulen vorgesehen.

Bei der Recherche mit Google können Sie in der “Erweiterten Suche” nach Lizenzen filtern, die Sie unter dem Punkt “Ergebnisse eingrenzen” und der anschließenden Option “Nutzungsrechte” auswählen können.