Informationen für Bibliotheken und Forschungseinrichtungen

Hier haben wir die Antworten auf häufige Fragen von Bibliotheken und Forschungseinrichtungen zu KOALA gesammelt. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gern an koalatibeu.

Traditionell werden Zeitschriften und Bände in Schriftenreihen über Abonnements oder den Verkauf von Einzelexemplaren finanziert, was zahlungsschwache Leser*innen ausschließt. Einige Open-Access-Zeitschriften stellen Autor*innen Kosten in Rechnung, was manche Autor*innen vor Schwierigkeiten stellt. Bei beiden Formen ist es in der Vergangenheit zu starken Preissteigerungen gekommen, die Bibliotheken vor schwierige Entscheidungen im Literaturerwerb stellen.
KOALA setzt auf einen anderen Weg, der allen Interessierten Zugang auf die Inhalte gibt ("Open Access") und Autor*innen nicht aus finanziellen Gründen von der Teilhabe an der wissenschaftlichen Debatte ausschließt.

Zeitschriften und Schriftenreihen, die die Mindeststandards erfüllen, deren Finanzierungsziel realistisch ist und die zu einem geplanten fachlichen Bündel passen, können aufgenommen werden. Sie werden dann von KOALA mit anderen Publikationen zu einem disziplinären Bündel zusammengefasst und interessierten Institutionen – vor allem wissenschaftlichen Bibliotheken, aber auch Unternehmen, Privatpersonen und anderen Unterstützer*innen – zur gemeinschaftlichen Finanzierung vorgeschlagen.

In der sogenannten "Pledgingphase" können sich Unterstützer*innen zur Beteiligung an den den Kosten verpflichten. Kommt eine Mindestmenge an Unterstützer*innen zusammen und wird das Pledgingsoll erfüllt, leisten alle einen nach ihrer Größe und Umfang der Bündel gestaffelten Beitrag. Die Redaktionen erhalten dann über drei Jahre Finanzierung. Sollten sich nicht genügend Unterstützer*innen finden, kommt die Finanzierung durch KOALA nicht zustande.

In den vergangenen Jahren ist eine starke Preissteigerung sowohl bei subskriptions- als auch bei publikationbasierten Kosten ("APCs") zu beobachten gewesen. Die Probleme des APC-Modells für die Realisierung von Open Access werden zunehmend deutlich: Forschungsstarke Hochschulen und Einrichtungen mit vielen Publikationen zahlen mehr als Einrichtungen, die vor allem den Lesezugriff nutzen. Die Finanzierung von APCs ist zudem oft abhängig von temporären Drittmitteln, die anfallenden Ausgaben sind nicht gut planbar und der Verwaltungsaufwand für komplexe Lizenzmodelle mit Open-Access-Komponenten oftmals hoch.

KOALA finanziert APC-freie Open-Access-Zeitschriften und -Schriftenreihen ("Diamond Open Access"), indem es eine medienbasierte Finanzierung für die Betriebskosten der Zeitschrift/Schriftenreihe konsortial organisiert. Neben Bibliotheken können sich weitere Akteure (Privatpersonen, Unternehmen, Museen, Gesellschaften) an der Finanzierung beteiligen.

  • Planungssicherheit: Egal wie viele Autor*innen einer Einrichtung in den Journals oder Schriftenreihen eines Bündels publizieren und unabhängig davon, wie oft eine Publikation aufgerufen wurde: Der Preis bleibt über drei Jahre gleich. Die Kosten werden am 30.09. des Vorjahres für die dann kommenden drei Jahre festgelegt (d. h., wenn Sie 2022 an der Pledgingphase teilnehmen und das Konsortium zustande kommt, stehen die Kosten für 2023, 2024 und 2025 fest).
  • Skalierbarkeit der Open-Access-Transformation: Das vereinfachte Rechnungsverfahren ermöglicht die Skalierbarkeit der Open-Access-Transformation, da die Abrechnung nicht pro Artikel/Kapitel, sondern pro Bündel geschieht. Dies bedeutet weniger Einzelrechnungen und einen geringeren Verwaltungsaufwand. Es ist kein Validieren in Dashboards, kein aufwändiges Authentifizierungsverfahren und kein Splitten von Rechnungen bei Überschreitung von APC-Fördergrenzen erforderlich.
  • Vertraute, nicht-kommerzielle Akteure: Die Organisation und Abwicklung der Open-Access-Konsortien liegt in der Hand von Bibliotheksakteuren mit Erfahrung im Konsortialgeschäft. KOALA ist überzeugt, dass die Transformation der Erwerbungs- zu Informationsbudgets auch die Transformation von Konsortien umfasst. Somit ist KOALA ist ein Teil der Publikationsinfrastruktur in den Händen der Wissenschaft.

Eine Bibliothek oder Forschungseinrichtung kann sich während der Pledgingphase verpflichten, bei Zustandekommen des Bündels einen entsprechenden Anteil zu übernehmen. Die Beiträge der Anteile sind in sieben Tiers eingeteilt, die sich an der Bandingstudie von Mittermaier et al. 2014 (http://hdl.handle.net/2128/15582) orientieren. Genauere Informationen zur Höhe der Kosten finden sich in den Datenblättern, die bald hier veröffentlicht werden.

Die Laufzeit jedes Bündels beträgt 3 Jahre. Wenn Sie sich in der aktuellen Pledgingphase (2022) beteiligen und das Pledgingsoll erreicht wird, verpflichtet sich Ihre Einrichtung zur Zahlung in den Jahren 2023, 2024 und 2025. Nach Ablauf von 3 Jahren läuft der Vertrag aus, die Teilnahme verlängert sich nicht automatisch.

Der Einstieg ist nur während der Pledgingphase möglich.

Ein Ausstieg ist vor dem Ende der Laufzeit nicht möglich.

Vertragspartner ist die Technische Informationsbibliothek (TIB).

Die Rechnungsstellung erfolgt durch die TIB jeweils zu Jahresbeginn (teilnehmende Einrichtungen erhalten Anfang 2023 eine Rechnung über ihren Beitrag 2023, Anfang 2024 eine Rechnung über ihren Beitrag 2024 usw.). Eine Abwicklung über Agenturen, Zwischenhändler etc. ist nicht möglich.

Die Redaktion der Zeitschrift oder Schriftenreihe meldet ihre Finanzbedarfe, um nachhaltig und APC-frei publizieren zu können. Hinzu kommen Servicekosten zur Abwicklung des Konsortialgeschäfts. Die Finanzierungsbedarfe der Redaktionen im Bündel und die Servicekosten ergeben das Pledgingsoll des Bündels.

Sollte das Pledgingsoll des Bündels nicht erreicht werden, erhalten die jeweiligen Redaktionen keine Finanzierung, auch nicht anteilig. Das gesamte Bündel "platzt".

Im Jahr 2022 werden die Bündel der Pilotphase für die Laufzeit 2023-2025 angeboten.

Details finden Sie bald an dieser Stelle.

Nein. Die Bündel können einzeln unterstützt werden.

Nein. Eine Aufspaltung der Bündel oder eine individuelle Neuzusammenstellung ist nicht möglich. Dies würde zu wesentlich höherem Verwaltungsaufwand und wesentlich höheren Kosten führen.

KOALA ist eine Kooperation der Technischen Informationsbibliothek (TIB) und dem Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz. Für den Aufbau des Services erhält KOALA eine Projektförderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderkennzeichen 16TOA039A). Beide Institutionen verfügen über umfassende und langjährige Erfahrung im Open-Access-Bereich. Nach Ablauf der Projektförderung und erfolgreicher Evaluierung ist vorgesehen, KOALA in das reguläre Konsortialgeschäft der TIB aufzunehmen. KOALA arbeitet nicht profitorientiert und ist kein Service eines kommerziellen Unternehmens.

KOALA hat nicht die wissenschaftliche Kompetenz, die inhaltliche Qualität jeder einzelnen Publikation zu beurteilen. KOALA nimmt eine bibliothekarische und verlegerische Bewertung anhand der KOALA-Mindeststandards vor, die sich an strengen Kriterien des Anforderungskatalogs der Initiative Plan S orientieren. So ist sichergestellt, dass KOALA-finanzierte Publikationen mit allen Förderauflagen kompatibel sind. Die KOALA-Anforderungen umfassen technische Vorgaben, Metadaten, Copyright und Lizenzen, sowie Transparenz zu Redaktionsprozessen, Qualitätssicherung und Finanzierung.

Durch das Pledgingverfahren haben Einrichtungen die Möglichkeit, nur die von ihnen als relevant angesehenen Bündel zu unterstützen. Qualität und Relevanz ergeben sich so durch das Erreichen oder Verfehlen des Pledgingsolls.

KOALA empfiehlt teilnehmenden Redaktionen in erster Linie die Verwendung der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung (CC BY), CC0 und CC BY-SA werden auch akzeptiert. In begründeten Fällen kann CC BY-ND verwendet werden. Die Nutzung der Lizenz CC BY-NC ist ausgeschlossen.