Ausgangslage: Bedarfsfelder im Forschungskreislauf

Um den aktuellen Stand und die vorhandenen Potentiale der Versorgungssituation in der Mobilitäts- und Verkehrsforschung zu identifizieren, haben die SLUB Dresden und die TIB Hannover eine Exploration der aktuellen Bedarfe und Defizite in diesem Wissenschaftsgebiet durchgeführt. Hierbei wurden drei grundsätzliche Bedarfsfelder festgestellt.

 

 

Fachinformationen

Die Forschung folgt einem systemischen, interdisziplinären Ansatz. Vor dem Hintergrund verschiedener fachsprachlicher Nuancen und der Vielzahl an Veröffentlichungswegen und Recherchekanälen liegt eine Herausforderung dabei in der schnellen Auffindbarkeit relevanter Spezialliteratur. Der direkte Zugriff ist zudem nicht immer möglich, da standortabhängig unterschiedliche Lizenzen in den Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen vorliegen und nur ein geringer Teil innerhalb bestehender Open-Access-Strukturen publiziert wird. Gleichzeitig nehmen jedoch die Anforderungen an die Offenheit der Forschung- und Publikationsaktivitäten in der wissenschaftlichen Arbeit stetig zu.

Forschungsdaten

Ein großer Bedarf an spezifischen Forschungsinformationen besteht in Bezug auf die Nutzung qualitativ und quantitativ hochwertiger Forschungsdaten. Dazu gehören vor allem Daten, die mit der Ortsveränderung von Personen und Gütern in Verbindung stehen. Unterschiedliche Rahmenbedingungen (z.B. rechtlich, technisch) und heterogene Anforderungen erschweren den Zugang und die Nachnutzung dieser Daten.

Forschungsnetzwerke

Der fachliche Austausch und die Kollaboration in interdisziplinären Verbundnetzwerken sind wichtige Aspekte dieser Forschungsstränge. Der Zugang und die Kenntnis relevanter Netzwerkstrukturen sowie damit verknüpfter Forschungsaktivitäten und -outputs hängen jedoch oftmals eng mit der persönlichen Integration innerhalb der komplexen Forschungslandschaft zusammen. Eine darüber hinaus gehende Recherche ist mit viel Aufwand verbunden, da zum einen die bestehenden Übersichten meist fachlich fokussierte Ausschnitte mit statischem Charakter sind. Zum anderen werden die pflegaufwendigen sozialen Forschungsnetzwerke kaum bzw. mit unterschiedlicher Intensität durch die jeweiligen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genutzt.

Ziel: Unterstützung der Forschung

Das Ziel des FID ist die bedarfsorientierte Unterstützung der Mobilitäts- und Verkehrsforschung über den gesamten Forschungskreislauf. Um einen substantiellen Mehrwert für die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu schaffen wurden daher in enger Abstimmung mit Vertretern der Fachcommunity inhaltliche Schwerpunkte für das Vorhaben definiert.

 

Fachinformationen

  • Optimierung der interdisziplinär ausgerichteten Recherche

    Über das Recherchemodul einer neu aufzubauenden Plattform sollen relevante Quellen komfortabel durchsuchbar gemacht werden. Den sich aus der Interdisziplinarität ergebenden Anforderungen wird hierbei durch die Implementierung semantischer Anreicherungstechnologien Rechnung getragen.

  • Verbesserung der Literaturversorgung mit Schwerpunkt im Open Access

    Die Verbesserung der Literaturversorgung mit wissenschaftlichen Volltexten erfolgt vorrangig durch die Verbreitung und Unterstützung des Open-Access-Ansatzes innerhalb der Fachcommunity. Ein Mehrwert wird durch die fachspezifische Beratung und Bereitstellung geeigneter Werkzeuge zur elektronischen Publikation im Open Access generiert.  Dies beinhaltet neben der gezielten Beratung zu entsprechenden Publikationswegen und der Bibliometrie auch weiterführende Services zur Gründung und zum Betrieb eigener OA-Journals. Komplementär zu den bestehenden OA Plattformen soll für die wissenschaftliche Spezialliteratur zudem ein eigenes OA-Repositorium aufgebaut und etabliert werden. Durch die Steigerung der Akzeptanz und der Reichweite innerhalb der Fachcommunity wird diese Publikationsform nachhaltig gestärkt.

    Der FID ermöglicht zudem über das neu aufzubauende Portal einen komfortablen Zugang zu relevanten, teilweise sonst nur schwer zugänglichen Informationen, welche zum Teil durch FID-Lizenzen der Fachcommunity zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines Dokumentlieferservice geplant, der u.a. auf die überregionale Bereitstellung sog. grauer Literatur abzielt.

Forschungsdaten

  • Erleichterung der Verfügbarkeit von nachnutzbaren Forschungsdaten

    Um die Verfügbarkeit von nachnutzbaren Forschungsdaten zu erhöhen, erarbeitet und etabliert der FID Strategien und Strukturen zur Unterstützung aller Aktivitäten, die mit der, Erhebung Bereitstellung, dem Management und der Archivierung verkehrswissenschaftlich relevanter Daten zusammenhängen. Über eine Bedarfsanalyse und anhand ausgewählter Use-Cases sollen zunächst die fachspezifischen Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Prozesse und Infrastrukturen erhoben werden. Darüber hinaus soll eine möglichst breite Diskussion zur strategischen Ausrichtung des Forschungsdatenmanagements erfolgen. Die Ergebnisse sollen den Wissenschaftlern über ein spezifisches Beratungs- und Informationsangebot zur Verfügung gestellt werden.

Forschungsnetzwerke

  • Unterstützung der Vernetzung und des Austausches in der Forschung

    Im Rahmen des FID soll ein neuartiger Forschungskompass entwickelt und über das Portal bereitgestellt werden. Dieser wirkt als Aggregator bzw. Präsentations- und Recherchewerkzeug vorhandener Informationen über die Forschungsaktivitäten und den -output der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Forschungsgebiet. Der Forschungskompass baut dabei auf bereits bestehende Datenbanken auf.

Der Mehrwert des Fachinformationsdienst ergibt sich aus der Umsetzung und nachhaltigen Weiterentwicklung dieser Maßnahmen und liegt schlussendlich in dem standortunabhängigen Zugang zu relevanten Informationen, offenen Forschungswerkzeugen sowie informationellen Dienstleistungen und der damit verbundenen, auf die fachspezifischen Anforderungen ausgerichteten Unterstützung des gesamten Forschungskreislaufes in der Mobilitäts- und Verkehrsforschung.

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